Gehversuche mit einem GPS-Messempfänger für Real-Time-Kinematik (SAPOS® - HEPS - RTK) Eigentlich liegt die Anschaffung eines solchen Gerätes jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten und ich musste länger suchen, bis ich ein gebrauchtes Gerät der vorletzten Generation fand, dessen Anschaffung dann doch ohne wesentliche Störung des häuslichen Friedens vonstatten gehen konnte. Und hier steht das gute Stück:
Der Ablauf einer Messung gestaltet sich folgendermaßen: Nach Einschalten des Zweifrequenzempfängers und des Steuerungsrechners werden die empfangbaren Satelliten gesucht und ihre Anzahl sowie die Qualität ihrer Verteilung am Himmel als sog. PDOP-Wert angezeigt. Wenn mindestens fünf Satelliten zu empfangen sind, schaltet man das Handy ein, das sich bei der "SAPOS"-Zentrale (in meinem Fall in Karlsruhe) einwählt und die aus einer Codemessung berechnete ungefähre Position nach dort meldet. Die Zentrale berechnet nun aus den Empfangsdaten der nächstgelegenen Referenzstationen (in meinem Fall vermutlich Offenburg, Freiburg und Villingen-Schwenningen) was ein tatsächlich an der von mir gemeldeten Position stehender Empfänger - die sog. virtuelle Referenzstation (VRS) - in diesem Zeitabschnitt messen würde. Das Ergebnis wird meinem Empfänger als Korrektursignal übermittelt und er berechnet nun eine "korrigierte" sehr viel genauere Position seines Standortes. Die Werte fallen als geozentrische Kartesische Koordinaten (X,Y,Z) im System ETRS89 an und werden dann im Arbeitsplatzrechner mit meinem selbst gestrickten Transformationsprogramm in Gauß-Krüger-Koordinaten umgerechnet. Zum System SAPOS® und "HEPS" kann man über folgende Internetadresse noch weitere Informationen abrufen, wobei man sich etwas umständlich über folgenden Weg weiterhangeln muss: Produkte( LV-Shop), Geodaten, FP-Festpunktdaten, SAPOS, Information. Zunächst suchte ich in meiner näheren Umgebung verschiedene Trigonometrische Punkte auf, deren Kartesische Koordinaten im System ETRS89 ich vom Landesvermessungsamt gekauft hatte. An den jeweiligen Positionen stellte ich den Lotstab am Stativ auf und registrierte über mehrere Minuten die Messwerte im Steuerungsrechner. Nach Transfer der Daten auf meinen Arbeitsplatzrechner begann ich die Auswertung. Hier ein Beispiel, bei dem ich aber die Koordinaten nur mit den letzten drei Ziffern (Meter, Dezimeter, Zentimeter und Millimeter) angeben darf, weil die Weitergabe der "gekauften" Koordinaten vom Landesvermessungsamt untersagt ist:
Anmerkung: Unter "Spanne" ist die Differenz zwischen dem gemessenen Maximalwert und dem Minimalwert zu verstehen. Noch drei weitere Messergebnisse:
Die drei Punkte A, B und C liegen mit folgenden Abständen westlich außerhalb der Dreiecksmasche der drei Referenzstationen (Offenburg, Freiburg, Villingen-Schwenningen): A: 3.7 km , B: 8.0 km, C: 19.6 km. Nur der Punkt D liegt "gut" (10.7 km) innerhalb dieser Masche. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die ersten drei Punkte wegen ihrer "Außenlage" signifikant weiter von den Sollwerten abweichen! Es ist außerdem anzumerken, dass bei allen vier Punkten die Lage nicht über die Sicherungen kontrolliert worden ist! Ich glaube, dass ich mit diesen Ergebnissen meines "neuen Maschinchens" gut leben kann. Regelrecht begeistert bin ich allerdings von den Resultaten bei der Absteckung. Inzwischen habe ich schon einige TP-Steine gefunden, die ich bislang vergeblich gesucht hatte. Sie waren alle völlig überwachsen und unter der Grasnarbe versteckt. Nach dem Anwählen der SAPOS-Zentrale führt mich ein Pfeil auf dem Display des Steuerungsrechners nahe ans Ziel und für die letzten Dezimeter sehe ich dann die Position meines Lotstabes als Kreuzchen und den TP als kleine Zielscheibe und kann so wirklich sehr treffsicher auch meine bisherigen "Problem-TP" auffinden. Da komme ich mir wieder vor wie jener kleine Schatzgräber, der ich in Kindertagen manchmal sein wollte! Die Seite wurde erstellt am 24.07.2005, letzte Aktualisierung: 28.07.2005
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